Verfasst von: ulf | 13. August 2007

Live-Seifenoper

Ziel dieser Stunde ist die Kurzpräsentation eines selbst erstellten „Skripts“ für eine Seifenoper oder eine Liebeskomödie.

Man benötigt eine Reihe von Bildern, die jeweils eine Frau bzw. einen Mann zeigen. Hier eignen sich Bilder aus Modezeitschriften oder dergleichen. Jedenfalls sollten die Bilder groß genug sein, so dass die Personen gut erkennbar sind, wenn die Bilder an der Tafel hängen.

Als Einstieg sollte man sich über a) deutsche Soaps oder b) typische Liebeskomödien unterhalten. (Man könnte es auch mit Krimis versuchen?) Die Schüler vergleichen in Paaren, was sie über das gewählte Genre wissen und denken. Außerdem, was sie für typisch halten. Es folgt eine gemeinsame Ideensammlung stehen: Welche „Typen“ gibt es? Was sind typische Spannungsverläufe? Was sind mögliche Enden? Wer kennt welchen Film aus dem Genre etc. Diese Phase sollte ruhig etwas länger dauern, jedenfalls so lange, bis alle im Thema sind.
Die Klasse sollte dann in Gruppen arbeiten, mindestens drei, besser vier Schüler pro Gruppe.

Bevor es losgeht, müssen die Bilder an die Tafel (oder sonstwohin) gehängt werden. Info an die Schüler: „Es geht um…“

Die Gruppen betrachten die Bilder an der Tafel und lassen sich „inspirieren“. Aus den vorliegenden Bildern sollten die Schüler zwei bis drei handelnde Personen für „ihre“ Seifenoper/Krimi/Liebeskomödie auswählen. Die Aufgabe ist ein „loses“ Drehbuch zu entwickeln. Die Schüler sollten nicht zu viel schreiben sondern ihre Präsentation eher stichwortartig vorbereiten. Ziel der Präsentation ist es, die handelnden Personen vorzustellen und den Verlauf der Geschichte zu skizzieren. Je anregender die Bilder sind und je skurriler die Ideen-Sammlung war, desto leichter fällt es den Schülern, eigene Ideen zu entwickeln.

Für die Präsentation bieten sich zwei Möglichkeiten an:

1. Eher „konservativ“: Wenn die Gruppen gut vorbereitet sind, können Sie an der Tafel mit Hilfe der von Ihnen gewählten Bilder ihre Geschichte entwickeln und die Personen vorstellen.

2. Die zweite Präsentationsform ist kürzlich spontan von Schülern entwickelt worden, die
auf meine „vorgesehene“ Übung augenscheinlich keine Lust hatten. Die Gruppe war eher schlecht vorbereitet, hat aber sehr gut präsentiert, indem immer ein Schüler aus der Vielzahl der Bilder an der Tafel eines wählte und die Person in die Handlung einführte. Nach ca. einer Minute übernahm ein weiterer Schüler aus der Gruppe, und führte die nächste Person ein, entwickelte damit aber auch die Geschichte weiter. Am Ende entstand ein „Ich-packe-meinen-Koffer-Effekt“, der sowohl für die Zuschauer als auch für die Präsentierenden sehr amüsant war.

Anmerkungen:
1. Es empfiehlt sich, die Bilder vor der Klasse auf dem Boden zu präsentieren. So können alle Gruppen sie sehen und die attraktivsten Bilder können von mehreren Gruppen verwendet werden.
2. Wortschatz-Input sollte man eher behutsam während des Intros geben. Die Gruppen werden evtl. auch nach Wörtern fragen, man sollte aber darauf achten, dass das ganze nicht zu einer Wortschatz-Stunde wird.
3. Im anschließenden Feedback ist es gut, nicht zu sehr auf Korrektheit einzugehen, da der Schwerpunkt dieser Stunde eher bei Flüssigkeit liegt. Wortschatz, Aussprache und knifflige Redewendungen bieten sich eher an.
4. Das Intro ist entscheidend für den Motivationsaufbau. Wenn es zu lahm ausfällt, wird es schwer, die Schüler hinterher zu aktivieren. Es ist von Vorteil, wenn man sich Beispiele überlegt hat, die ein wenig humorvoll sind oder die Schüler auf die richtige Spur lenken. Es macht häufig mehr Spaß, sich über skurrile, peinliche und stereotype Geschichten zu unterhalten.
5. Eine „ernste“ Variante dieser Übung ist auch denkbar: Hierfür brauchen die Schüler dann aber mehr Vorbereitungszeit und gemeinsame Interessen. (Aufgabe wäre dann: „Was wäre eine gute Geschichte für eine Serie, einen Film etc.“)

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