Verfasst von: ulf | 16. August 2007

Email für dich

Diese „Übung“ ist so simpel wie effektiv und bietet sich insbesondere im Einzelunterricht an. Sie kann allerdings auch in Klassen eingesetzt werden. Tipps dazu stehen am Ende.

Die Übung besteht im Grundsatz darin, dass zwei Konversationen parallel stattfinden und zwar per Email. Das bedeutet, dass sowohl der Schüler als auch der Lehrer zur gleichen Zeit an einem Brief arbeiten und diese dann zeitgleich abschicken. Am interessantesten ist das, wenn die Genres sich unterscheiden.

Beispiel: Mein Schüler, sagen wir er heißt Luca, bekommt einen kurzen Text vorab, der ein Problem beschreibt. Die Aufgabe für seinen ersten Brief ist es, mir Ratschläge zu geben oder von eigenen Erfahrungen zu berichten. Luca tippt diesen Brief direkt als Email und schickt ihn nach einer vereinbarten Zeit an mich.

Ein Hinweis ist wichtig: Es ist nicht so wichtig, dass die Texte korrekt sind! Das muss ich Luca vorher deutlich gemacht haben, ansonsten wird er nämlich stundenlang an seinen Briefen feilen wollen, bevor er sie abschickt.

Während Luca schreibt, verfasse ich eine formelle Email zu einem ähnlichen Thema und bitte um seine Meinung. Wir schicken die beiden Mails ungefähr zeitgleich und beantworten die eingehenden Mails. Auf eine direkte Korrektur sollte man als Lehrer unbedingt erst einmal verzichten. Wenn Punkte unklar geblieben sind, bittet man in seiner Email um Erklärung.

So führen wir also parallel die beiden Konversationen weiter. Da ich in aller Regel schneller schreibe als Luca, habe ich ausreichend Zeit, Lucas Texte schon einmal farblich zu markieren. Die Korrektur erfolgt aber hinterher durch ihn. (…als Hausaufgabe z.B.)

Das Ziel der Übung ist eine schriftliche, eher spontane, Konversation. Das bedeutet, man sollte weniger auf Korrektheit und eher auf Ausdrucks-Elemente eingehen, wenn man die Texte anschließend bespricht.

Tipps:

  1. „Lustige“, kreative, anregende Schreibanlässe sind ein großer Vorteil.
  2. Es empfiehlt sich, neben dem Schüler zu sitzen oder in der Nähe, damit man sich kurz absprechen kann.
  3. Sollte das nicht gehen, ist ein Chat-Fenster von Vorteil.

Variationsmöglichkeiten:

  1. Diese Übung lässt sich auch mit einer Klasse durchführen. Dann kommunizieren immer zwei Schüler miteinander.
  2. Auf niedrigeren Niveaus sollte man die Schüler in Paaren schreiben lassen (wie gesagt: es geht um das Formulieren, nicht ums Tippen!). Dann kommunizieren entweder je zwei Paare miteinander oder…
  3. …man lässt die Klasse „reihum“ kommunizieren. Hierfür benötigt man aber eine Mailing-Liste, so dass jeder weiß, wem er mailen soll.
  4. OHNE EMAIL lässt sich diese Übung auch in Papierform durchführen. Das nimmt ihr ein wenig die Authentizität, macht den Schülern aber auch Spaß.

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