Verfasst von: ulf | 25. August 2007

Anrufbeantworter

Für diese Übung benötigt ihr zwei oder drei Kassettenrekorder mit Aufnahmefunktion.

Die Übung beginnt mit einer Umfrage. Wer spricht gerne auf Anrufbeantworter? Wahrscheinlich niemand?! Wer hat Hemmungen und was macht er/sie? Auflegen?… Die Schüler können kurz in Paaren darüber sprechen, bevor im Plenum verglichen wird.

Die Kassettenrekorder werden als „Anrufbeantworter“ vorgestellt. Die Aufgabe besteht darin, darauf eine Nachricht zu hinterlassen, die nicht vorformuliert sein darf. Aber worum geht es? Dafür benötigt man Rollenkarten. Die besten Erfahrungen habe ich damit gemacht, die Schüler die Rollenkarten selbst verfassen zu lassen. So bereiten immer zwei Schüler zwei Rollenkarten gemeinsam vor. Dann werden alle gemischt und jeder zieht eine. Wenn es eine der „eigenen“ ist, muss er nochmal ziehen. Wichtig ist, dass man den Schülern einen Rahmen gibt, innerhalb dessen sie die Rolle für die anderen erfinden. „Jemand ruft an und braucht Hilfe“, „Jemand bittet um einen Gefallen“ etc.

Wenn die Schüler ihre Rollenkarten gezogen haben, haben sie kurz Zeit, sich auf den „Anruf“ vorzubereiten. Dann nehmen immer zwei oder drei Schüler mit einem Kassettenrekorder auf. Hier gilt es feinfühlig zu sein, da die meisten Schüler große Hemmungen haben werden, sich aufzunehmen. Einige Tipps:

1. Man sollte als Lehrer möglichst nicht dabei sein. Die Schüler sollen ihre Nachricht selbst aufnehmen.
2. Kein Schüler sollte alleine Aufnehmen, dabei ist der Druck komischerweise noch größer, als wenn einer oder zwei daneben sitzen.
3. Die meisten werden sich das Aufgesprochene direkt und noch in der Kleingruppe anhören wollen. Das sollte man durchaus zulassen, so haben die Schüler die Chance, den Text solange zu „verbessern“ bis sie zufrieden sind, auch wenn das bedeutet, ihn mehrmals auf zusprechen.
4. Hinterher sollten die Texte natürlich gehört werden. Hier muss man aber flexibel bleiben. Wenn die Klasse nicht möchte oder es einzelne Schüler gibt, die sich augenscheinlich enorm unwohl fühlen, sollte man vielleicht darauf verzichten.
5. Falls die Sprüche im Plenum gehört werden, muss das Feedback positiv und feinfühlig sein.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, mit den aufgesprochenen Texten weiter zu arbeiten. Man kann auf das Plenum verzichten und einfach die Kassetten tauschen. So bekommt jede Gruppe eine neue Kassette, auf der schon Nachrichten sind. Diese müssen sie erst einmal hören und dann sollte jeder Schüler auf je eine Nachricht reagieren, in dem er die Reaktion wiederum -in der Rolle des Angerufenen- auf das Band spricht.

Es ist von Vorteil, für diese Übung viel Platz zu haben, so dass man die Gruppen in verschiedenen Räumen oder jedenfalls außer direkter Hörweite platzieren kann.

Als Lehrer sollte man eher moderieren als direkt einzugreifen. Die Gruppen brauchen beim Aufsprechen das Gefühl, unbeobachtet zu sein.

Im Feedback nach dem gemeinsamen Anhören der Kassetten sollte die Grammatik keine zu große Rolle spielen. Behutsames Arbeiten an einigen Ausdrücken, Redemittel oder insbesondere Phonetik sind angebrachter. Aber man muss unbedingt darauf achten, das Feedback erst zu beginnen, wenn alles angehört wurde und es so zu gestallten, dass die „Fehler“, an denen man arbeitet, nicht zugeordnet werden können.

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