Verfasst von: ulf | 31. August 2007

Stadtpläne, Landkarten, googleEarth

Wie versprochen, hier also ein paar kleine Skizzen zur Arbeit mit Karten, Plänen und so weiter:

1. Stadtpläne verwirren viele Menschen, aber oft verbindet man auch etwas mit ihnen, nämlich dann, wenn es sich um eine vertraute Stadt handelt. Das liefert Ansätze für den Unterricht:
Wenn man die Heimatstädte seiner Schüler kennt, kann man mit relativ geringem Aufwand eine kleine Übung zu Stadtplänen basteln: Beispielsweise indem man für jeden Schüler den Stadtplan seiner Heimatstadt mitbringt. Es sollte sich um einen Ausschnitt handeln, der die Innenstadt zeigt, damit der Plan nicht zu kleinformatig ist. 
Selbstverständlich dürfte es bei größeren Klassen schwierig sein, alle Heimatstädte herauszufinden. Ich würde empfehlen, am Vortag eine Übung zu machen, in der die Schüler angeregt werden, Städte zu nennen, die sie gut kennen (hier bietet sich eine „Klassenumfrage“, „Finde jemand, der…“ oder ein Interview an). 
Die Übung besteht darin, ein Paar bei seiner Reise zu beraten. 
Jeder bereitet sich erst einmal alleine mit seinem Plan vor. Man sollte vielleicht eine Anzahl von Punkten oder Stationen vorgeben, damit alle eine ähnliche Menge vorbereiten. Ja nach Niveau ist es bestimmt ein Vorteil, ein paar Inhaltspunkte vorzugeben (welche Stationen, weshalb sind sie sehenswert etc) aber Vorsicht: man schränkt die Schüler dadurch auch enorm ein. Und wenn ein Schüler eine besondere oder eher skurrile Tour planen möchte, weshalb nicht?
Wenn die Klasse sich schon besser kennt, ist es gut, wenn jeder vorher weiß, wen er beraten soll, so werden die „Touren“ durch die Stadt kreativer und für die Leute evtl. auch lustiger.
Nach einer vorgegebenen Vorbereitungszeit arbeiten die Schüler in Dreiergruppen und Stellen ihre Vorschläge mit Hilfe des Stadtplans vor. 
Man kann die Übung etwas ausdehnen, wenn man über genügend Computer verfügt und die Schüler anregen, ein paar Bilder im Internet zu suchen, die sie ebenfalls präsentieren sollen.

Hinweis: Man könnte versucht sein, diese Übung als Präsentation vor der Klasse durchzuführen oder so abzuändern, dass die Schüler sich zuhause vorbereiten. Beides ist natürlich möglich. Dennoch gilt zu beachten, dass Präsentationen vor der Klasse der Übung einen anderen Charakter verleihen. In Kleingruppen gibt es die Möglichkeit für Nachfragen, für individuelle „Beratung“ und dergleichen. Eine sehr lange Vorbereitung wiederum nimmt dem Gespräch oft den Schwung. Der Wunsch „alles loszuwerden“ ist dann sehr stark. Außerdem: die Übung wird etwas weniger authentisch, denn so oft wir anderen vielleicht Tipps in Bezug auf unsere Heimatstadt geben, so selten werden die meisten diese Tipps lange vorbereiten.

2. Landkarten sind eine tolle Visualisierungsmöglichkeit. Das kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn Schüler beispielsweise eine Reise planen sollen oder ihr Heimatland vorstellen. Dazu ein paar Hinweise:
Reiseplanung: Hier habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, Schülern eine Situation vorzugeben und sie vor allem eine Rundreise planen zu lassen, so müssen sie sich nämlich nicht auf ein Ziel einigen. Bsp.: „Plant zu dritt eine Rundreise durch Europa. Ihr habt xxx Euro pro Person. Am Ende sollt ihr die Reise den anderen vorstellen.“ Die Schüler können ihren Plan nachher mit Hilfe einer Landkarte vorstellen, das ist ein Anreiz, aufzustehen, Hilft bei Stolperfallen manchmal weiter und ist für die Zuschauer anschaulicher. 
Wenn Schüler ihr Heimatland vorstellen, sind Karten oder Bilder eine fast unverzichtbare Hilfe. Meistens sind die Schüler einfach viel zufriedener, und auch sicherer, wenn sie bestimmte Informationen nicht sprachlich ‚rüberbringen müssen. Die Hilfestellung ermöglicht es andererseits, sich auf das sprachliche besser zu konzentrieren, es entlastet. Tipp: Vorstellung des Heimatlandes werden interessanter und sind auch eher wiederholbar, wenn man das Thema eher eng fasst. Geht es um die Natur und Landschaft in ausgewählten Regionen, die wichtigsten Städte, unterschiedliche Kulturen innerhalb des Landes, Geschichtliches und Gesellschaftliches, Trends… die Auswahl ließe sich beliebig fortsetzen. Die Eingrenzung hilft bei der Vorbereitung und erfahrungsgemäß sind auch die Fragen aus der Gruppe nachher konkreter und reichhaltiger.

3. googleEarth & Co
Das Internet erleichtert die Suche nach Karten natürlich enorm. Mit der Google Bildersuche habe ich immer noch die besten Erfahrungen gemacht, insbesondere, wenn man neben dem Namen des gesuchten Ortes auch „map“ eingibt. 
Aber auch Flickr versorgt einen zuverlässig mit guten und oft sehr anregenden, ungewöhnlichen Bildern (weniger aber mit Karten). Hier bietet sich eine kleine Übung an, die ich in einen extra Post packe.
Ein weiterer Tipp ist 43places. Hier findet ihr tolle Fotos oder Informationen zu Städten, die sich sehr gut für Präsentationen oder ähnliches eignen. Aber eigentlich geht es den Machern der Seite darum, dass die Mitglieder sich gegenseitig beraten in Bezug auf Städte, in die sie gerne reisen möchten. Nicht nur eine gute Idee, sondern auch eine Inspiration. mehr dazu auch im nächsten Post.

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Responses

  1. […] Flickr, 43Places und Co Ich hatte neulich in einem Post zu Stadtplänen ein paar “Vertiefungen” zu Flickr und 43Places angekündigt. Hier sind […]

  2. […] Links zum Thema Karten, Geographie und Landeskunde gestolpert. Ich hatte mich diesem Thema vor ein paar Wochen mal gewidmet, war aber mit der Link-Auswahl alles andere als zufrieden. Hier also eine interessante […]


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