Verfasst von: ulf | 5. November 2007

Emails Lesen und Schreiben im DaF-Unterricht

Ich hatte an dieser Stelle schon mehrfach 43Places als Ressource erwähnt (siehe Post).

Heute konnte ich die Seite, besser gesagt die Idee dieser Seite, für eine Schreiben-Einheit benutzen.

43 Places basiert auf der Idee, dass man einerseits sein Wissen, das man über bestimmte Städte hat zur Verfügung stellt und andererseits auf das Wissen anderer in seiner Reisevorbereitung zurückgreifen kann.

Die Stunde verlief folgendermaßen:

1. Die Schüler erstellen eine kleine Liste von Städten, über die sie Auskunft erteilen können. (Vier Städte ist eine ganz gute Zahl).

2. Die Städte werden an der Tafel gesammelt. Hierbei ist es von Vorteil, wenn die Städtenamen farblich markiert sind (und jeder Schüler hat eine andere Farbe), oder auf eine andere Art zugeordnet werden können.

3. Die Schüler schreiben sich gegenseitig Emails mit „Anfragen“. Die Herausforderung für den Lehrer besteht darin,

1. darauf zu achten, dass keiner übrig bleibt… also die Städte an der Tafel zu verteilen, ohne dass es Dopplungen gibt.

2. während die Schüler schreiben, die Orientierung zu behalten und selbst ein paar Anfragen zu verfassen (…und zwar vorzugsweise an die schnelleren Schüler).

Tipp: je nach Klasse, ist es sicher besser, wenn die Schüler zu zweit formulieren. Dann müssen sie sich beim Beantworten aber auch gegenseitig helfen, wenn sie nicht die gleiche Stadt bearbeiten.

4. Nach der ersten Anfrage beginnen die Emails durch den Raum zu flattern. Als Lehrer sollte man jetzt die Listen eingesammelt haben, so dass man sehen kann, welcher Schüler welche Stadt beantworten kann. Alle sollten jetzt sowohl Anfragen beantworten als auch neue Anfragen zu anderen Städten absondern.

5. Das hört sich nach Chaos an und ist auch eines. Der Clou besteht darin, dass mit den Lehrer-Emails mehr Mails als Personen im Raum sind und so ein reger Email-Verkehr zustande kommt. Alle Mails werden beim Lehrer gesammelt und von ihm gestreut. Seine eigenen dienen dazu, dafür zu sorgen, dass niemand unterversorgt ist. Wenn sich die Anfragen an eine Person häufen, muss er auch als Spam-Filter agieren, oder einige selbst beantworten.

6. Diese Aktivität hat kein elegantes Ende (zumindest ist mir keines eingefallen). Man muss sie abbrechen.

7. Die Mail-Konversationen sollten dann noch einmal reihum gelesen und nach neuen, guten, coolen Wörtern und Formulierungen durchsucht werden, die abschließend für alle geklärt werden.

Hinweise:

a) Ich würde davon abraten, die Konversationen vorlesen zu lassen. Hier wird unter Druck geschrieben, was die Fehlerzahl erhöht und außerdem: Wie oft lesen wir schon Emails laut vor? also warum hier?

b) Man sollte unbedingt darauf achten, dass sowohl Anfragen als auch Antworten kurz bleiben, sonst ist die Dynamik futsch.

c) Schwächere, langsamere Schüler sollten keinen Stress bekommen. Wenn die Klasse eher heterogen ist, sollten die Schüler in Paaren schreiben.

d) Natürlich lässt sich diese Übung auch mit richtigen Emails durchführen. Dann ist es wichtig, dass der Lehrer die Mails verteilt: also alle mailen an ihn und er leitet weiter. Sonst häufen die Mails sich bei einigen, während andere leer ausgehen.

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Responses

  1. […] anderen sehr hübschen Vorschlag kann man bei Ralf nachlesen: E-Mails lesen und schreiben im DaF-Unterricht. (No Ratings Yet)  Loading […]

  2. hallo ulf,
    ich habe deinen blog gerade durchgesehen, er ist sehr interessant. wollen wir uns vernetzen? ich kann dich als link aufnehmen und du mich.
    sylvia (fischer)
    Lektorin Uni Modena

  3. danke fuer den netten link.
    saluti aus modena
    sylvia fischer


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